Hein Engelhardt

Voller Saal bei Kommer

Der Öcher Platt Verein hat am Sonntagmorgen des 19.05.2019 seine Frühjahrsveranstaltung

„Et Morjensschöbbsche“ im Saal der Gaststätte Kommer in Forst

durchgeführt. Thema war unser Heimatdichter, Hein Engelhardt. Das hatte zwei Gründe. Einmal ist Hein Engelhardt im vergangenen Jahr 90 Jahre alt geworden. Und dann verfügt er über einen Fundus von weit über 3.000 Texten. Den Aachenern, die dem Öcher Platt zugetan sind, die Qualitäten und Verdienste „Hein Engelhardts för os Moddersproech“ zu erklären, hieße, Eulen nach Athen zu tragen.

Kein Wunder also, dass die Veranstaltung von etwa einunddreiviertel Stunden eine vergnügliche und kurzweilige wurde.

Natürlich konnte nur ein Bruchteil präsentiert werden. Die Vortragenden hatten sich ihre Darbietung(en) selbst ausgesucht.

Hein Schnitzler hat das Programm zusammengestellt und führte durchs Programm.

Karl Allgaier begrüßte die Anwesenden und brachte dann „Op d’r Honk“ jekomme. Uli Wollgarten folgte mit einer kleinen Laudatio auf Hein und trug dessen „Weä denkt sich jät Schleähts?“vor. Anita Volders ehrte Hein ebenfalls und hing sein „Fraue-Süüet“ an. Sibylle Schiffers folgte mit „De Trennong“. Udo Schroll brachte dann den ersten musikalischen Beitrag. Er sang die eigens vertonten „Ene Bleck uus mi Fenster“ und „Et Ondier“, wobei er sich mit der Akkustik-Gitarre begleitete. Claire Müller, „os Schatzmeästesche“, und Christel Leuchtenberg widmeten sich dem menschlichen Gebiss. Erstgenannte dem jungen mit „De ieschte Zäng“ und Letztgenannte mit „De nöjj Zäng“. Gertrud Och trug hernach „Damewahl“, in dem Fall ein Schicksalsschlag, und Waltraud Schings „Kopp huech!“ vor. Hedwig Chauvistré wunderte sich, was Hein Engelhardt treffliches von „Bej d’r Damefrisör“ zu berichten wusste.
Dann wurde es wieder musikalisch. Begleitet von Manfred Vallet am Akkordeon und Udo Schroll an der Gitarre sangen Luise Kohl und Helmi Weber „D’r Wandertag“ und „Öcher Bronnewasser“. Die Refrain-Enden sang das Auditorium lebhaft mit.

Resi Hellemann, der Methusalem unter den Vortragenden, stellte die Frage „Es dat et Auer?“, eine, die man ihr kaum abnahm. Marcel Vergöls sprach „Heämkiehr“gefolgt von einem Mini-Sketch unter Mitwirkung seiner Tochter und endete mit einem Gedicht über Hein Engelhardt aus der Feder unseres vergangenen Oktober jäh verstorbenen Präsidenten Manfred Birmans. Waltraud Schings trug dann „Hein än de Oper“ und Leo Bardenheuer „Ene Jong uus et Ponkveddel“ vor. Uli Wollgarten sang mit eigener Gitarrenbegleitung „De Worm-Forelle“.

Als jungendliche Lichtblicke für das Öcher Platt sind Kiana Reiter und Moritz Meyer zu erwähnen, die begeisternd „Ooelefant än Muus“ sowie „Festäng een Oche“ darbrachten.

Dann sang Udo Schroll zu seinem Gitarrenspiel „D’r Fernseher“, den er selbst vertont hat. Claire Müller las dann ganz kurz aus der „Häschen-Schule“ vor, einem Kinderbuch-Klassiker, den Hein Engelhardt ins Öcher Platt übertragen hat, um auf verfügbaren Restbestand aufmerksam zu machen.

Markus Krings brannte dann sozusagen das Schlussfeuerwerk mit Hein Engelhardts „Eäzezupp“ ab, bevor der Moderator Hein Schnitzler sich bei allen Vortragenden, der Technik sowie den Anwesenden bedankte und sich im Namen des Vorstandes verabschiedete.

Uli Wollgarten

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Hier einige seiner Gedichte:

Öcher Uusdröck van A bes Z
Jät övver mich
Ene Bleck us mi Fenster
D’r Lack es av
Mi Credo
Noeh Chressmes
De Fessdag sönd langs
Fastelovvend een Oche
Wiverfastelovvend